ANFÄNGE

       WIENER TRIO

 

Am Anfang seiner Konzerttätigkeit spielte Peter Guth als Geiger im Wiener Trio, mit Rudolf Buchbinder, Klavier und Heidi Litschauer, Violoncello. Das damals jüngste, international anerkannte Kammermusikensemble gewann 1961 den ersten Preis beim ARD-Wettbewerb München. 1957 als Wiener Kindertrio  für eine der ersten Sendungen des österreichischen Fernsehens aus den Begabtenklassen der Musikakademie zusammengestellt, erregte es als Junges Wiener Trio Aufsehen im Musikstudio des österreichischen Pavillons bei der Weltausstellung in Brüssel 1958. Durch das große Interesse internationaler Musikagenturen und Konzertgesellschaften war es bald unter dem Namen Wiener Trio  in der ganzen Welt unterwegs bis Neuseeland und Australien und war fünfzehn Jahre lang mit Konzertzyklen und Schallplatten (u.a. mit der exemplarischen Gesamtaufnahme der Klaviertrios von Franz Schubert) das führende Ensemble dieser Gattung.

      FAMILIE & STUDIEN

Peter Guth wurde am 2. Februar 1943 in Istanbul geboren, als Einzelkind österreichischer Eltern, die von 1939 bis 1949 in der türkischen Emigration lebten. Die Mutter Katharina Sträussler hatte eine Ballett- und Gesangsausbildung und leitete vor der NS-Zeit eine Tanzschule in Wien. Der Vater Karl Guth hatte an der Wiener Musikakademie Schlagwerk studiert, spielte auch Akkordeon und konnte in schwierigen Zeiten als Unterhaltungsmusiker arbeiten. Ihm und seinem Bruder Friedrich, der als hervorragender Geiger und  Saxophonist unter dem Künstlernamen Fred Garden bekannt war, ist es gelungen, mit Engagements für ihre Tanzkapelle, kurz vor dem zweiten Weltkrieg ins Ausland zu kommen. Peter hat im Alter von fünf Jahren erste Geigenstunden von seinem Onkel Fritz erhalten. Als er mit der Heimkehr der Familie in der Nachkriegszeit 1949 erstmals nach Österreich kam, war sein Geigenlehrer der aus Deutschland stammende Ewald Kunz, ein Student des bekannten Violinpädagogen Prof. Ernst Morawec.

Als Post-graduate Student bei David Oistrach

Als Peter dreizehn Jahre alt war, hat ihn Morawec in seine Violinklasse an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien aufgenommen, wo er 1965 die Reifeprüfung mit Auszeichnung ablegte.

In Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen und namhafter Referenzen wurde ihm ermöglicht, als erster österreichischer Stipendiat im Kulturaustausch mit der Sowjetunion, drei Jahre von 1967 bis 1970 bei David Oistrach zu studieren und sich in dessen Ausbildungsklasse am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium gründlich mit der russischen Violinschule vertraut zu machen.

Begegnungen mit Persönlichkeiten des russischen Kulturlebens, wie Schostakowitsch oder Rostropowitsch, seine Freundschaften mit später im Westen berühmt gewordenen Studienkollegen und Erfahrungen mit den Lebensbedingungen in der Sowjetunion waren überwältigende Eindrücke für Guths weiteres Leben. 

       SOLIST

Peter Guth hatte eine Vielzahl von erfolgreichen Auftritten mit internationalen Orchestern als Solist in Violinkonzerten des Standardrepertoires (Bach, Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Brahms, Tschaikowsky, Berg, Khachaturian, Prokofiev) und in Konzerten für mehrere Solisten (Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Brahms). 1978 war er der Solist der österreichischen Erstaufführung des zweiten Violinkonzerts von Dmitri Schostakowitsch mit dem ORF Symphonieorchester unter Leif Segerstam.

Zu seinen Partnern in Sonaten- und Violinabenden zählten die Weltklasse-Pianisten Philippe Entremont und Radu Lupu, mit dem er schon in der Moskauer Studienzeit konzertiert hatte. Die wichtigsten Werke für Violine und Klavier wurden mit den langjährigen Begleitern Carlos Rivera und Igo Koch erarbeitet. Auch mit Oleg Maisenberg und bei Sonatenabenden in Belgien mit Patrick Crommelynck. Der australische Pianist Roger Woodward hat ihm den Zugang zu neuer Musik eröffnet.  

     Violinabend im Schloss Schönbrunn

Peter Guth hat den kurios gleichen Geburtstag 2. Februar, wie zwei der größten Geiger aller Zeiten:

Fritz Kreisler  *2. Februar 1875 in Wien  -  Jascha Heifetz  *2. Februar 1901 in Vilna.